Glaubst Du das?

Zwei Männer besuchten ein Kunstmuseum. Sie gingen durch die Hallen des Museums und kamen zu einem Gemälde, das ein Schachspiel zeigte. Der eine Charakter auf dem Gemälde sah aus wie ein gewöhnlicher Mann, während der andere Charakter eher die Gestalt des Teufels hatte. Der Mensch hatte nur noch eine Figur auf dem Schachbrett stehen und der Titel des Gemäldes trug den Namen: Schachmatt.

Die beiden Besucher betrachteten dieses Bild. Einer von den beiden war ein internationaler Schachgroßmeister und irgendetwas an diesem Gemälde irritierte ihn. Er fing an, dieses Gemälde ganz genau zu studieren. Er legte seinen Kopf zur Seite und seine Hände bewegten sich. Er vertiefte sich so sehr in das Bild, dass er die Zeit vergaß. Sein Begleiter wurde ungeduldig und fragte ihn, warum ihn dieses Bild so faszinieren würde. Und der Schachgroßmeister antwortete: „An diesem Bild stört mich etwas. Ich weiß noch nicht, was es ist, aber ich möchte es mir gerne noch eine Weile anschauen. Geh du schon mal weiter.“ Als sein Freund zurückkam, sagte er: „Ich habe den Fehler in diesem Bild gefunden und mit dem Künstler gesprochen. Entweder ist der Titel des Bildes falsch oder das Gemälde muss verändert werden.“ Sein Freund fragte ihn: „Was genau ist denn an diesem Bild falsch?“ „Das Bild trägt den Titel: Schachmatt“, erwiderte der Schachgroßmeister. „Aber dieser Titel ist falsch, denn der König hat noch einen weiteren Zug.“

Diese Geschichte erinnert mich an eine tiefe Wahrheit, die wir durchgehend in der Bibel finden können. „Der König hat noch einen weiteren Zug.“

Da ist ein junger Mann mit dem Namen David. Er kämpft gegen den Riesen Goliath. Goliath trägt die beste Rüstung und die modernsten Waffen, während David nicht mal ein Schwert für Erwachsene halten kann. Es sieht aus wie Schachmatt. Aber: „Der König hat noch einen weiteren Zug“

Nachgedacht 052017Da ist ein Mann mit dem Namen Daniel. Er wird in die Löwengrube geworfen, weil er nicht die fremden Götter anbeten wollte. Er blieb Gott treu, aber die Löwen waren hungrig. Es sieht aus wie Schachmatt, aber: „Der König hat noch einen weiteren Zug“.

Da ist ein Mann mit dem Namen Mose. Er überzeugt eine Nation aus unterdrückten Sklaven, vor dem mächtigsten Mann der Welt zu fliehen. Der Pharao jagt ihnen hinterher. Sie stehen an den Ufern des Schilfmeeres  -vor ihnen das Wasser, hinter ihnen die größte Armee der Welt. Es sieht aus wie Schachmatt, aber: „Der König hat noch einen weiteren Zug“.

An Karfreitag nahmen sie Jesus gefangen, verhörten ihn, demütigten und schlugen ihn. Sie peitschten ihn aus und verspotteten ihn und schließlich hingen sie ihn an ein Kreuz. Sie legten ihn in ein Grab und die Welt dachte: „Das war es. Es ist vorbei. Schachmatt.“ Aber sie lagen alle falsch, denn der König hatte noch einen weiteren Zug.

Das ist unsere große Osterhoffnung. Wir dürfen in dem Bewusstsein leben, dass wir in der Hand eines großen und mächtigen Königs sind. Jesus sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?“ (Joh.11,25-26)

Was würden wir auf diese Frage von Jesus antworten. „Glaubst du das?“ Glauben wir wirklich, dass Jesus die Macht über die Sünde und den Tod hat? Glauben wir, dass er dieses Universum, diese Welt und mein Leben in seiner Hand hält? Glauben wir, dass Jesus der König ist, der noch einen weiteren Zug hat?

In der Gemeinde erleben wir seit einiger Zeit einige Um- und Aufbrüche. Damit sind natürlich auch Veränderungsprozesse verbunden, die nicht immer ganz leicht fallen.  Viele stehen auch ganz privat vor großen Herausforderungen in ihrem Leben. Vielleicht sind da Krankheiten, finanzielle Nöte, familiäre Angelegenheiten. Vielleicht hat man etwas Falsches gesagt oder einen Fehler gemacht und man trägt eine schwere Last mich sich herum.

Doch Ostern schenkt uns Hoffnung – Jesus hat uns Leben versprochen.  Dieses Versprechen gilt für jeden, der sein Vertrauen in diesen Jesus gesetzt hat.  Auch wenn es nach „Schachmatt“ aussieht – der König hat noch einen weiteren Zug. Glauben wir das?

 

Gemeindereferent Björn Letschert
Quellangabe der verwendeten Texte

Bibeltexte: Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers, 1984, Deutsche Bibelgesellschaft