Ich habe eine gute Nachricht!

Liebe Gemeinde,

was war die beste Nachricht, die Sie jemals im Leben bekommen haben? In welcher Zeit unseres Lebens haben wir eine gute Nachricht gehört oder erlebt? Sicherlich muss der eine ein wenig über diese Frage nachdenken, während der andere sofort eine Antwort weiß. Vielleicht war es die Geburt eines Kindes oder die Ergebnisse einer ärztlichen Untersuchung. Vielleicht war es das leise „Ja“ auf die Frage, ob man das Leben fortan gemeinsam gestalten möchte.
Eine gute Nachricht zu hören, kann den Tag oder sogar das ganze Leben verändern.

So eine gute Nachricht kam auch eines Nachts zu den Hirten auf einem Feld im fernen Israel und diese Nachricht markiert den Wendepunkt der Weihnachtsgeschichte:

Ich verkündige euch eine gute Botschaft“ (Lk.2, 10).

Die Hirten auf dem Feld gehörten einer Nation an, die auf Nachrichten wartete. Sie warteten auf die Nachricht, dass der versprochene Erlöser gekommen ist, um sie aus der Unterdrückung und Dunkelheit zu befreien und auf diese Botschaft warteten sie eine sehr lange Zeit. Sie sehnten sich nach guten Nachrichten, denn sie lebten in einer Welt, in der es selten gute Nachrichten gab.

Auch wir kennen diese Welt. Wir schlagen die Zeitungen auf und lesen von Dingen, die uns erschrecken oder enttäuschen. Da findet man Nachrichten über Gewalt und Terror, über Hoffnungslosigkeit und Ungerechtigkeiten. Vieles erscheint so sinnlos und außer Kontrolle. In den Zeitungen findet man viele Nachrichten, aber nur sehr wenig Gute. Die Advents- und Weihnachtszeit möchte uns bewusstmachen, dass es eine gute Nachricht gibt. Und es ist die Art von Nachricht, die nicht nur einen Tag, sondern unser ganzes Leben verändern kann.

Vor einer langen Zeit gab Gott das Versprechen, dass inmitten der Dunkelheit eine gute Nachricht zu hören sei. Diese Dunkelheit wird nur zeitweise vorherrschen wie ein Nebel, der sich über eine Landschaft legt und irgendwann wieder verschwindet.
Dieses Versprechen lautete: „

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen“ (Jes.9, 1)

Der Grund für dieses Licht ist ein kleines Kind:

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter.“ (Jes.9,5)

Dieses Kind, dieser Sohn ist das Licht der Welt und die Geburt dieses Kindes war die Geburt der guten Botschaft für alle Menschen. Weihnachten ist das Fest, dass Gott sein Versprechen erfüllt hat. Und diese Nachricht kam zuerst zu ein paar Hirten auf dem Feld, die wortwörtlich in der Dunkelheit saßen, über die Schafe wachten und warteten. Aber dann erschien ihnen plötzlich ein Engel und sagte:

Ich verkündige euch eine gute Botschaft.“

Das bedeutet: „Gott ist am Werk. Auf denjenigen, auf den ihr so lange gewartet habt, auf den ihr gehofft habt – er ist endlich gekommen. In dieser Nacht ist er geboren.“
Diese gute Nachricht gilt für alle Menschen – für jeden, der gewartet hat, für jeden, der gehofft hat, für jeden, der sich nach guten Nachrichten gesehnt hat.
Die Tatsache, dass wir Weihnachten mitten im Winter feiern, wenn die Tage kurz sind und es mehr Dunkelheit als Licht gibt, macht Sinn. Denn Licht kann man am klarsten in der Dunkelheit scheinen sehen und im Warten und Hoffen können wir die gute Botschaft am besten hören.

Als Gemeinde haben wir in diesem Jahr viel darüber nachgedacht, wie man diese gute Nachricht und das Licht zu den Menschen aus unserer Stadt bringen kann. Aus der Zukunftswerkstatt sind einige Projekte entstanden wie der Kochkurs, das Repair-Café, das Meetup oder auch die Arbeitsgruppe, die sich mit dem Leitbild der Gemeinde beschäftigt.
Die Motivation hinter diesen Dingen ist nicht, dass wir wenig zu tun hätten und neue Aufgabenfelder suchen, sondern es ist diese gute Nachricht, die die Menschen hören sollten. Auch in diesem Jahr werden wir wieder unsere Flyer mit dem Advents- und Weihnachtsprogramm per Postwurfsendungen an die Haushalte in Bad Homburg verschicken, in der Hoffnung, dass die Menschen neugierig werden und zu den Veranstaltungen kommen. Wir beten darum, dass Gott die Herzen der Menschen durch seinen Heiligen Geist vorbereitet und öffnet und wir wollen ihnen mit Liebe und Wertschätzung begegnen, damit sie diese gute Nachricht nicht nur hören, sondern auch erleben können. Denn diese gute Nachricht verändert Leben.

Björn Letschert

 

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