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Waltraud Kufner
Veränderung als Chance sehen
Das Leben ist Veränderung. Veränderungen gehören zum Leben. Ohne Veränderungen würden wir auf der Stelle treten Entwicklung und Wachstum wären unmöglich. Veränderung habe ich schon in frühen Kindertagen erlebt. Der Tod meiner Mutter hat meine heile Kinderwelt ins Wanken gebracht. In späteren Jahren hat Krankheit mein Leben begleitet. Dabei haben mich oft Menschen unterstützt, von denen ich es nicht erwartet hätte. Die Entscheidung meines damaligen Verlobten ans Theologische Seminar zu gehen, um Pastor zu werden, stellte meine Lebensplanung auf den Kopf. Es dauerte eine ganze Weile und bedurfte vieler Gespräche mit einem damaligen Kollegen, der zur Kirche keine Verbindung hatte, bis ich ein Ja dazu finden konnte.
In der Zeit des ersten Gemeindedienstes wurden unsere Töchter Isabelle und Nadja geboren und haben solch eine reiche Veränderung in unser Leben gebracht, wie es nur Kinder können.
Unser zweiter Dienst führte uns nach Hofgeismar. Ein kleiner Ort, in dem unsere beiden Töchter eine unbeschwerte Kindheit erleben konnten. In dieser Zeit haben wir uns mit dem Gedanken beschäftigt, ein weiteres Kind in unsere Familie aufzunehmen. Unsere kleine Familie in festen Bahnen, meine Überlegung wieder in die Arbeitswelt einzusteigen… - alles würde ins Wanken geraten und müsste neu sortiert werden. Kein leichter Weg, der gut überlegt, durchdacht und umbetet werden wollte. Nach einiger Zeit kam Natascha mit fast zwei Jahren in unsere Familie. Eine Veränderung, die viel Geduld und Liebe forderte.
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Überraschend kam die Anfrage der Gemeinde Wiesbaden. Wir haben nicht gleich gejubelt: Toll, ein neuer Weg beginnt… Aber wir sahen es als Weg für uns. Eine Wegstrecke, die nicht immer leicht war. Unsere Kinder sind in dieser Zeit erwachsen geworden. Ich bin wieder in die Berufstätigkeit eingestiegen, die mir viel Freude bereitet hat. In dieser Zeit kam auch mein kranker Vater zu uns. Wir durften seine letzten Jahre mit ihm verbringen.
Das vergangene Jahr begann mit der Anfrage aus Bad Homburg. Es folgten Berufung und Dienstbeginn, alle Sachen packen und ein neues Zuhause finden.
Das Jahr 2011 bedeutete auch: Hochzeit unserer Tochter Nadja, die Tiermedizin studiert und jetzt mit ihrem Mann in Gießen wohnt. Beginn in der Berufswelt von Isabelle als „fertige Lehrerin“. Und Nataschas Ausbildungsbeginn als Krankenschwester. Kein Kind geht den Weg nach Bad Homburg mit.
Ich bin gespannt auf das Leben (wieder nur) zu zweit, auf eine neue Herausforderung im Beruf und die gemeinsame Wegstrecke mit meiner / unserer neuen Gemeinde.
Psalm 91, 11-12: Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Das kann ich für mein Leben sagen. Auch wenn Veränderung oft schwierig ist, nehme ich diese Zusage für mich ganz persönlich in Anspruch.
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